Wie sieht es mit Ihrer Business Continuity im Fall einer Naturkatastrophe aus?

Posted by Ming Jan Sam Tue, 06 Sep 2011 11:31:00 GMT

Das heutige Interview beschäftigt sich mit der Frage wie man die Geschäftsfortführung – auch Business Continuity genannt – im Falle einer (Natur-)Katastrophe sicherstellen kann, und wie wichtig diese Thematik heutzutage für Unternehmen ist. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Domenick Cilea, Geschäftsführer von Springboard einer Agentur für Marketing, PR, und Social Media mit Sitz in New Jersey, der uns über seine aktuellen Erfahrungen zu diesem Thema berichtet. Um die Business Continuity während des letzten Hurrikans „Irene“ zu gewährleisten, musste Springboard eine Unterbrechung der Geschäftsaktivitäten verhindern. Domenick Cilea hat den Hurrikan mit seinen Mitarbeitern hautnah miterlebt und kann daher aus einer persönlichen Perspektive berichten.

Der Hurrikan Irene traf letztes Wochenende auf die Ostküste der USA. Im Vorfeld des nahenden Hurrikans ordneten sowohl der Staat als auch lokale Verwaltungen eine Evakuierung von mehr als zwei Millionen Einwohnern in Küstengebieten an. Darüber hinaus wurden viele Flüge gestrichen und öffentliche Verkehrsmittel standen still. Im Nachhinein haben Experten den Schaden durch umgestürzte Bäume und Überflutungen auf mehrere Millionen US-Dollar geschätzt. Drei Millionen Bürger waren nach dem Hurrikan ohne jegliche Stromversorgung, bei vielen weiteren ist die Stromversorgung noch immer nicht vollständig wieder hergestellt. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Wie stellt man die Geschäftskontinuität im Falle einer Naturkatastrophe sicher?

Wie haben Sie persönlich den Hurrikan Irene erlebt?

Leider haben die Auswirkungen des Hurrikans Irene – Schäden an Verteilungsleitungen durch umgestürzte Bäume und Überflutungen – auch die Elektrizitätsversorgung meiner Wohnung und meines Büros unterbrochen. Während unsere Agentur für fast einen Geschäftstag ohne Strom war, gab es in meiner Wohnung vier Tage später noch immer keinen Strom.

Haben Sie sich in dieser Zeit Gedanken um Ihre Kunden gemacht und wie Sie Ihre Geschäftsaktivitäten weiterführen können?

Natürlich. Schon vor Eintreffen des Hurrikans haben wir alle Mitarbeiter über die Verfügbarkeit unseres Netzwerks auf dem Laufenden gehalten. Zur Sicherheit haben wir frühzeitig alle virtualisierten Server heruntergefahren. Da der Sturm sich am Wochenende austobte, störte das Herunterfahren der Server zunächst nicht den Geschäftsbetrieb. Montagmorgen, als wir feststellen mussten, dass in weiten Teilen New Jerseys der Strom ausgefallen war, haben wir unsere Mitarbeiter dazu angehalten, dies auf schnellstem Wege unseren Kunden mitzuteilen. Jeder Mitarbeiter nutzte einen Laptop, Tablet-PC oder ein Smartphone um von einem anderen Ort aus arbeiten zu können. Darüber hinaus erlaubten es Cloud-basierte Anwendungen den Mitarbeitern, Ihre Geschäftsaktivitäten fortzuführen.

Springboard’s Geschäftsemail-Adresse war auf Grund der unterbrochenen Stromversorgung nicht erreichbar. Trotzdem war eine Kommunikation, sowohl intern als auch mit Kunden, durch die geschickte Nutzung von Google Mail und Social Media Diensten, wie zum Beispiel Twitter, möglich.

Wie half Ihnen die Nutzung eines flexiblen Arbeitsplatzes bei der Fortführung der Geschäftsaktivitäten?

Da unser Dateiserver während des Stromausfalls nicht verfügbar war, konnten Mitarbeiter trotzdem jederzeit auf Back-up Dateien, die in der Cloud gelagert sind, zugreifen.

Wo sehen Sie die hauptsächlichen Vorteile für Unternehmen, die einen Krisenplan inklusive der Möglichkeit eines flexiblen Arbeitsplatzes schon im Vorfeld erstellt haben?

Ohne einen Krisenplan sind die Geschäftsaktivitäten eines Unternehmens in einem solchen Fall stark gefährdet. Im Falle einer Katastrophe, eines Netzwerkausfalls oder auch anderer Störfälle, muss die Fortführung der Geschäftsaktivitäten aus zwei Perspektiven sichergestellt werden. Zum einen müssen Daten vor Verlust geschützt werden, zum anderen muss auf diese flexibel von jedem beliebigen Ort aus ein sicherer Zugriff möglich sein. Daher sollte – für die Fortführung der Geschäftsaufgaben – jeder Mitarbeiter Zugang zu entsprechenden IT Ressourcen haben.

Zusätzlich zu Programm-, Netzwerk- und Datenverfügbarkeit, müssen Unternehmen sich auch Gedanken um Lösungen machen, die einen flexiblen und ortsunabhängigen Zugriff auf die Firmenressourcen ermöglichen. Physische und auch drahtlose Konnektivität sollte in solchen Initiativen zur Sicherstellung der Geschäftskontinuität eingesetzt werden, um Mitarbeitern den flexiblen Zugang zu Daten und Programmen in Krisenfällen zu ermöglichen.

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